Sprache und Migration - Theater der Migranten - Migration Integration und Migranten migmag Kulturmagazin

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Sprache und Migration - Theater der Migranten

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Sprache und Migration
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Migration Integration in Deutschland und Migranten - Theater der Migranten, Berlin - Inszenierung von ALL MY TOMORROWS



Den Morgen erleben und Grenzen überqueren


Das "Theater der Migranten" in Berlin baut mit seiner Produktion
"ALL MY TOMORROWS" Brücken zwischen Ländern und Generationen.

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Today I may not have a thing at all
Except for just a dream or two
But I've got lots of plans for tomorrow
And all my tomorrows belong to you


Song for Frank Sinatra written by Sammy Cahn/Jimmy van Heussen

Wer weiß, ob es einen Zufall oder ob es einen vorherbestimmten Moment gibt, der Dinge entstehen lässt, die man oft nur erträumen konnte. Im Fall des Berliner "Theater der Migranten" in Berlin waren es fast vergessene Briefe in einem Altersheim, die Olek Witt bei Proben entdeckte. Zufällig?

Olek Witt ist Regisseur, Schauspieler, Theaterpädagoge und Politologe. Geboren in Polen, lebt er seit 30 Jahren in Deutschland und seit 1993 in Berlin - Neukölln. Seit fünf Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit in der Förderung von sozialen und künstlerischen Kompetenzen von Jugendlichen. 2003 gründete er in Solingen das SpinaTheater, ein Ensemble von Jugendlichen, das mit sozialkritischen Eigeninszenierungen bereits zahlreiche Preise und Wettbewerbe gewonnen hat.

Migration Integration in Deutschland und Migranten - Theater der Migranten, Berlin - Szenenbild


Olek Witt hat sich in diesem zweiten Großprojekt des Theaters der Migranten - das erste behandelte das Thema Migration - von der Idee leiten lassen, den Lebensgeschichten unbekannter Menschen, auf der Bühne einen Raum zu geben. Auch mit dieser "biographischen" Produktion versucht er Brücken zwischen Menschen zu bauen und Fragen zu stellen: Wie jung ist man, wenn man alt ist und wie alt, wenn man jung ist? Woran erinnert sich ein Körper und was hat er zu erzählen? Welche Träume hat man mit 17 - und welche mit 70 Lebensjahren?

Antworten fand Regisseur Olek Witt ein Jahr nach dem Fund der Briefe in dem Stück "ALL MY TOMORROWS", das er gemeinsam mit einem Ensemble aus 20 Darstellern im Alter zwischen 17 und 81 Jahren entwickelt hat: drei professionellen Tänzern, einem 78jährigen Tanzlehrer und ehemaligem Turniertänzer sowie Schülern und Studenten aus Polen und Deutschland, zwei Rentnerinnen aus Berlin und einer Musik-Band, die vor einem guten halben Jahrhundert gegründet worden ist.

Von den Wurzeln des Ensembles ist schnell erzählt: "Papa" Horst ist Urberliner und mit 81 Jahren noch immer Lead-Trompeter seines  Jazzquintetts. Angela, 72 und früher Sozialarbeiterin in Berlin, entdeckte mit über 50 den japanischen Ausdruckstanz Butoh für sich. Jagoda und Paulina sind 17, die eine geht in Berlin zur Schule, die andere im polnischen Opole. Für Jacek, 20, aus Opole, ist die Stadtlandschaft ein Hindernisparcours, den es mit akrobatischem Geschick zu überwinden gilt. Diese und andere junge und alte Schauspieler, Tänzer und Musiker sind das Ensemble von ALL MY TOMORROWS. Was sie zusammen führt, ist die Neugier auf Begegnung - zwischen Generationen, Kulturen und Körpern.

Gemeinsam begibt sich das Ensemble auf eine Zeitreise, öffnet Perspektiven zwischen den Generationen und lässt sich auf Begegnungen in Seniorenheimen in Polen und Deutschland ein. Im Spiel der Geschichten werden die Darsteller zu Autoren. Die Reduktion auf die Körpersprache macht Leere und Einsamkeit im Alter sichtbar. Und sie schafft in der Tragik neue Möglichkeiten. So erleben ältere Schauspieler in dem dokumentarisch angelegten Stück, dass sie auf der Bühne unbelastet und frei sein dürfen und in  der Kunst der Improvisation Grenzen überschreiten können. Schüler erleben in der Verkörperung alter Menschen, welche Grenzen ihnen das Altsein einmal setzen kann.

Aufgeführt wurde ALL MY TOMORROWS Anfang September 2010 in den Uferstudios (Wedding) in Berlin; am 29. Oktober 2010 folgt eine Aufführung in Opole/Polen.

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Maren Becker


"ALL MY TOMORROWS"
Mehr Infos zum Projekt finden Sie unter:
www.migranten-projekt.de





















Fotos: ©by Bernd Banasaki

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