Perspektiven: Selbständige Migrantinnen - Migration Integration und Migranten migmag Kulturmagazin

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Perspektiven: Selbständige Migrantinnen

 
 

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Perspektiven

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Migration Integration in Deutschland, Migranten und Migrationshintergrund - Perspektiven als selbständige Migrantin




Selbständige Migrantinnen stärken deutsche Wirtschaft

Unternehmerische Selbstständigkeit von Frauen mit Migrationshintergrund


Immer mehr Zuwanderinnen nehmen ihre berufliche Positionierung in die eigene Hand und eröffnen sich durch die Gründung eines Unternehmens neue Perspektiven. Damit sichern sie nicht nur ihr eigenes finanzielles Auskommen, sondern leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland.

So zeigt das neue Faktenblatt der bundesweiten gründerinnenagentur zu "Gründungen von Frauen mit Migrationshintergrund", dass diese Unternehmerinnen zunehmend die mit ihrer Selbstständigkeit verbundenen besseren Einkommenschancen nutzen und neue Arbeits-plätze schaffen. Darüber hinaus erweist sich die unternehmerische Selbstständigkeit von Migrantinnen als wichtiger Faktor für eine gelungene Integration.


Migrantinnen zeigen eine wachsende Bereitschaft zur Gründung von Unternehmen. So stieg in den letzten zehn Jahren die Zahl selbstständiger Ausländerinnen um 88 Prozent, während bei deutschen Unternehmerinnen nur ein Zuwachs von 26 Prozent zu verzeichnen war.
Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim und die aktuellen Zahlen des Mikrozensus 2008 illustrieren, dass aufgrund dieser positiven Gründungsdynamik die Selbst-ständigenquote von Migrantinnen mit der deutscher Frauen inzwischen gleichgezogen hat und bei 31 Prozent liegt - unter den deutschen Frauen mit Migrationshintergrund liegt sie mit 33 Prozent sogar leicht höher. Die Mehrheit der Gründerinnen mit Migrationshintergrund ist nicht in Deutschland geboren, rund zehn Prozent gehören der zweiten Generation an.

Polinnen vor Türkinnen
Spitzenreiterinnen sind mit 11 Prozent Gründerinnen aus Polen, gefolgt von türkischen Frauen (9 Prozent) und Unternehmerinnen aus Amerika (5 Prozent). Auch Gründerinnen aus der Russischen Föderation, Italien und Griechenland (jeweils 4 Prozent) sind nennenswert am Aufbau von Unternehmen beteiligt. Während Frauen aus der Türkei oder Italien sich meist auf das Gastgewerbe und den Handel fokussieren, engagieren sich Gründerinnen aus Osteuropa deutlich häufiger in Branchen mit wissensintensiven oder kurativen Dienstleistungen.

Gründerinnen aus Nord- und Westeuropa werden tendenziell in akademischen Berufen, beispielsweise mit wirtschaftsnahen Dienstleistungen, aktiv. Etwa ein Drittel der Gründerinnen mit Migrations-hintergrund schafft neue Arbeitsplätze. Durchschnittlich entstehen so pro Gründung vier weitere Stellen. Da Migrantinnen zur Deckung ihres Personalbedarfs häufig auf Personen aus ihrem näheren Umfeld zurückgreifen, leisten sie somit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der Arbeitslosigkeit unter Zuwanderern, die gegenwärtig höher liegt als die der deutschen Arbeitssuchenden.
Die Gründung eines eigenen Unternehmens trägt für Migrantinnen erheblich zur Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation bei. So zeigen Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim und die Daten des Mikrozensus, dass das Netto-Einkommen selbstständiger Zuwanderinnen deutlich höher liegt als der Verdienst abhängig beschäftigter Frauen gleicher Herkunft. Die Gründung eines eigenen Unternehmens erweist sich also als erhöhte Einkommenschance für Frauen mit Migrationshintergrund.

Gesellschaftliche Anerkennung
Zudem wird das eigene Unternehmen für die Zuwanderinnen zu einem wichtigen Anker der Integration in die deutsche Gesellschaft, denn sie rekrutieren ihre Kundinnen und Kunden hauptsächlich unter Deutschen und pflegen auch privat häufiger Kontakte zur deutschen Bevölkerung. Mehr als die Hälfte der türkischen und russischen Selbstständigen und mehr als ein Drittel der italienischen und polnischen Gründerinnen erfahren durch ihr unternehmerisches Wirken mehr gesellschaftliche Anerkennung, so dass sie sich besser integriert fühlen.
Da immer mehr in der Existenzgründungsberatung tätige Institutionen die spezifischen Bedürfnisse von Zuwanderinnen bei der Existenzgründungsbegleitung gezielt berücksichtigen - zahlreiche Regional-verantwortliche der bundesweiten gründerinnenagentur nehmen hier eine Vorreiterrolle ein -, ist der Weg von der Geschäftsidee zum eigenen Unternehmen für Migrantinnen in den letzten Jahren bereits einfacher geworden. Durch den Abbau weiterer Gründungshemmnisse, hier sind vor allem der Zugang zur Gründungsfinanzierung und die Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsabschlüssen zu nennen, könnte diese positive Gründungsdynamik noch weiter gefördert werden.

Kaum Kredite
Aktuelle Erhebungen des Instituts für Mittelstandsforschung der Universität Mannheim zeigen nämlich, dass beispielsweise nahezu die Hälfte aller Gründerinnen mit türkischem, russischen oder polnischen Hintergrund für ihr Gründungsvorhaben keine Kredite erhielten. So ist für Migrantinnen eine Gründungsfinanzierung mit familiärer Unterstützung immer noch die wichtigste Grundlage. Im Handwerk und den freien Berufen stoßen Zuwanderinnen häufig auf die Hürde, dass ihre im Herkunftsland erworbenen Bildungs- und Berufsabschlüsse in Deutschland nicht ohne weiteres anerkannt werden, so dass sie zusätzliche Weiterbildungen absolvieren beziehungsweise im ungünstigsten Fall sogar ganze Ausbildungen erneut durchlaufen müssen. Eine Erleichterung dieser Anerkennungen kann hier dazu beitragen, das vorhandene Gründungsengagement von Frauen mit Migrationshintergrund weiter zu fördern.

Erheblicher volkswirtschaftlicher Faktor
Alles in allem wird deutlich, dass Unternehmensgründungen durch Migrantinnen neben den verbes-serten Einkommenschancen für die Unternehmerinnen längst ein erheblicher volkswirtschaftlicher Faktor sind und zur Stärkung der deutschen Wirtschaft, aber auch zu einer kulturellen Verankerung und Integration insgesamt beitragen.

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Quelle: bundesweite gründerinnenagentur bga





 
 
 
 
 
 

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