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Migration, Integration - Inklusion

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Inklusion

Vielfalt als Normalität - ein Bildungskonzept als Vorbild für gesamtgesellschaftliche Prozesse
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Migration, Integration und Inklusion - Skizze


Die Geburtsstunde der Anerkennung und Verbreitung des Konzepts der Inklusion war die UN-Behindertenrechtskonvention, die von der deutschen Bundesregierung im März 2009 unterschrieben wurde. Hinter dem Begriff Inklusion steht - so formulierte es Kerstin Merz-Atalik, Professorin für Allgemeine und Rehabilitationspädagogik an der PH Ludwigsburg/Reutlingen - die Idee, dass die "Anerkennung von menschlicher Vielfalt als Normalität" als Zielvorstellung zu verfolgen sei.

Sie ersetze die bisherige Vorstellung von Normalität, die davon ausgeht, dass als "normal" zu bezeichnen sei, was auf die meisten zutrifft, was eine Gruppe von Menschen also homogen macht. Inklusion ist damit etwas anderes als Integration; denn sie geht davon aus, dass man grundsätzlich einer Gruppe zugehörig ist, und dass Unterschiede gerade eine erwünschte Vielfalt ausmachen. "Von der Integration einer Teilgruppe in die Gesellschaft zu sprechen, seien es Migranten, Behinderte oder andere, proklamiert gleichzeitig, dass man sie nicht als Teil derselben wahrnimmt."

Merz-Atalik weist auch darauf hin, dass die völkerrechtlichen Vorgaben der UN seither stärker in den Mittelpunkt des öffentlichen Bewusstseins gerückt haben, "dass es sich bei der Forderung nach Inklusion und Teilhabe um ein allgemeines Menschenrecht handelt."  Seit die Menschenrechtskonvention rechtskräftig ist, haben Eltern behinderter Kinder die Möglichkeit, in deren Namen die Durchsetzung der Beschulung an einer Regelschule auf dem Rechtsweg durchzusetzen.

Obgleich die Inklusion zuvorderst im Rahmen des Erziehungs- und Bildungsbereichs erdacht und angewendet wurde , ist sie, als so genannte Soziale Inklusion, längst auf die Ebene gesamtgesellschaftlicher Zusammenhänge übertragen worden.
Soziale Inklusion ist da verwirklicht, wo jeder Mensch in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert wird und die Möglichkeit hat, in vollem Umfang an ihr teilzuhaben.

Ihre politische Dimension hat die Inklusion also da, wo sie gesellschaftlicher Ausgrenzung Gleichberechtigung entgegensetzt und die Idee einer solidarischen Verantwortungs-gemeinschaft in der Gesellschaft stärkt. Konkret bedeutet dies beispielsweise, dass Sondereinrichtungen, wie etwa Heime für Menschen mit Behinderung abzuschaffen sind oder dass man Asylbewerber gar nicht erst in für sie eingerichteten Unterkünften unterbringt. Als Gruppen, die durch Weiterbildungsmaßnahmen inkludiert werden müssten, nennt das "Deutsche Institut für Erwachsenenbildung":
MigrantInnen, Geringqualifizierte, Langzeitarbeitslose und Analphabeten.
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Esther Floruß, 10. 01. 2010



Mehr Infos zum Thema >> Inklusion

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