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migmag-Photogalerie: Die Murals von Nordirand

NORDIRLAND
Die Murals

Die als "Murals" bezeichneten Wandmalereien in Belfast sind ein Spiegelbild des jahrzehntelangen Konflikts zwischen Katholiken und Protestanten. Viele Murals sind Denkmäler zu Ehren gefallener Para-militärs, in anderen werden in meist bildlichen Darstellungen geopolitische Themen aufgegriffen.
Die vermutlich älteste Wandmalerei stammt von einem protestantischen Maler aus dem Jahr 1908. Die Protestanten begannen später auch den öffentlichen Raum im Umfeld der Murals in "ihren" Farben zu kennzeichnen. So wurden beispielsweise Randsteine oder Laternenmasten in den Farben des Union Jacks - also rot, weiß und blau - bemalt. Auf diesen ersten Kennzeichnungen basiert die spätere visuelle Trennung von katholischen und protestantischen Wohnvierteln.
Katholische Murals hingegen haben ihren Ursprung in der Zeit der nordirischen Bürgerrechtsbewegung. Während der Hungerstreiks der IRA-Häftlinge 1981 stieg die Zahl ihrer Murals rapide an. Die Motive dieser Malereien wurden dominiert vom bewaffneten Kampf gegen die Briten.
Auch heute noch werden an Belfasts Hauswänden historische Ereignisse, wie auch aktuelle politische und religiöse Themen dargestellt. In ganz Nordirland wurden in den letzten dreißig Jahren über 2000 Murals dokumentiert. Ältere Malereien werden immer wieder restauriert, die Farben aufgefrischt, einige infolge aktueller Ereignisse sogar übermalt. Nur wenige Wandmaler sind namentlich bekannt, viele haben ihr Handwerk in den Gefängnissen gelernt. Die Regierung Nordirlands versucht inzwischen auf die Maler einzuwirken, um die Inhalte der Murals zu ent-militarisieren. An vielen Schulen bemalen Kinder Mauern und Hauswände mit Friedensmotiven.

Die Murals gehören heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Belfasts. Sie sind hauptsächlich in der katholischen Falls Road und der protestantischen Shankill Road zu finden.


Quelle: falcontravel.ch

Fotos: ©Kerstin Becker

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