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Immigranten, Migranten - Bildungsmonitor 2010 Integration verbessern

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Minderheiten

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Bildungsmonitor 2010:
Integration verbessern


Stuttgart/Berlin.  Im Bildungsbereich hat sich Baden-Württemberg klar verbessert. Das zeigt der neue Bildungsmonitor. Doch es gibt auch Defizite. Die bekommen vor allem Kinder mit Migrationshintergrund zu spüren.

Hohe Ausgaben für Bildung, gute Schulen, viele Akademiker - im Bildungsmonitor 2010 landet Baden-Württemberg auf Rang drei. Am besten schneiden Sachsen und Thüringen ab. Bayern landet auf Platz vier, teilte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft mit, in deren Auftrag die Vergleichsstudie erstellt wurde. Mit Daten aus dem Jahr 2008 wurden 13 Handlungsfelder genauer untersucht.

Am erfolgreichsten unter allen Ländern war der Südwesten im Kampf gegen Bildungsarmut: So war der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss im Jahr 2008 mit 5,5 Prozent bundesweit am niedrigsten. Auch unterschreiten vergleichsweise wenige 15-Jährige die Mindeststandards im Textverständnis oder in Mathematik und den Naturwissenschaften. Zu den Pluspunkten zählt auch ein hoher Akademisierungsgrad: Fast ein Viertel eines Jahrgangs erwarben ihre Studienberechtigung an allgemein bildenden Schulen, 22,8 Prozent an beruflichen Schulen.

Doch es gibt auch Handlungsbedarf. Den sehen die Autoren bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen sowie bei der Integration; hier belegte das Land den 13. beziehungsweise den 15. Platz. Laut der Studie sind für ausländische Kinder im Vergleich zu ihren deutschen Klassenkameraden die Chancen, die Schule erfolgreich abzuschließen, nur in Niedersachsen noch schlechter: Die Abbrecherquote unter ausländischen Schülern ist mit 13,7 Prozent 2,5 Mal so hoch wie im Schnitt aller Schüler. Zudem liegt die Abitur-Quote bei Schülern ohne deutschen Pass in Baden-Württemberg mit 4,9 Prozent deutlich unter dem Bundesschnitt von 11,2 Prozent. Dass Kinder, die nicht auf Gymnasien überwiesen werden, dennoch lernwillig sind, zeigt die relativ hohe Quote von ausländischen Schülern, die an beruflichen Schulen eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben.

Beim Thema frühkindliche Förderung sieht die Initiative Defizite in der Ganztagsbetreuung: Während im Bundesschnitt fast 30 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen ein Ganztagsangebot genießen, sind dies im Südwesten nur 11,4 Prozent. Auch die Betreuung für Kleinkinder müsse das Land ausbauen. Dies sei umso wichtiger, um Kinder aus bildungsfernen Schichten den Einstieg in die Schule zu erleichtern und die Bildungschancen von Kindern mit Migrationshintergrund zu verbessern.

Kultusministerin Marion Schick (CDU) sieht durch die Ergebnisse der Studie den Weg der baden-württembergischen Landes-regierung bestätigt. Als erfreulich wertete sie, dass sich der Südwesten bei der Quote der Abbrecher, den Wiederholern und den verspätet Eingeschulten innerhalb eines Jahres von Platz fünf auf Platz zwei verbessern konnte.

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Quelle: dpa / 20.08.2010

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